Pause.

Hier. Erstmal. Wir lesen uns.

Linguistik mit Neofaschisten: Präsuppositionen

»Es ist schon auffällig, dass die meisten fremdenfeindlichen Kommentare haarsträubende Rechtschreibfehler enthalten, oder?«, fragte sich letzte Woche Sabrina Hoffmann, die Verantwortliche für Social Media von der Huffington Post Deutschland, in dem Artikel ›Die neuen Asozialen: Eure Dummheit bringt Deutschland an den Abgrund‹. Während es zwar kurzweilig ist, sich über die zum Teil grotesken Schreibschwächen mancher Neofaschisten zu amüsieren, findet sich so mancher Beitrag, mit dem sich linguistische Themen der Allgemeinheit vermitteln lassen. So berichtet ›Die Rechte Dortmund‹ über vermeintliche Steuerverschwendung:

[…] In Dortmund-Dorstfeld entfernen Mitarbeiter der Stadt täglich „rechte“ Aufkleber im öffentlichen Raum. Unpolitische oder gar linke Propaganda (die in dem Viertel erfreulicherweise aber nicht zu finden ist) bleibt unberücksichtigt, […]

Hm. Wie genau sollte man »linke Propaganda« berücksichtigen, wenn diese nicht vorhanden ist? Viele Menschen würden hier mit nicht vorhandener Logik argumentieren, so auch die Sprachwissenschaft – mit einem Umweg. Was hier zu sehen ist, fällt zunächst in den Bereich der Präsuppositionen. Präsuppositionen, das sind Voraussetzungen, die dabei helfen, den logischen Wahrheitswert von Äußerungen oder Sätzen zu bestimmen oder ihn überhaupt bestimmen zu können. Sie sind stets implizit, will heißen: Sie müssen, oft über den Weg der Semantik, erschlossen werden.

Ein einfaches Beispiel: »Schön, dich wieder zu sehen!« – Mit der Verwendung des Wortes »wieder« wird präsupponiert, dass der Sprecher die angesprochene Person bereits zu einem früheren Zeitpunkt gesehen hat. Würde man bei einem ersten Treffen, dem ersten Händeschütteln, diese Worte wählen? Nein, denn die Präsupposition ist unerfüllt, man sieht sich schließlich zum ersten Mal.
Mehr Text! »

›Saarländer gegen Salafisten‹? Ein Blick auf deren Vorstellungen und Ideen.

Warum genau tu ich mir das an?

Es gibt in Deutschland rund 6.000 Menschen, die dem Salafismus zuzurechnen sind, davon 100 Menschen im Saarland. Jeden Montag marschieren daher zur Zeit die ›Saarländer gegen Salafisten‹, SageSa, von Ort zu Ort. Selbst ohne einen Blick auf deren Thesen ist’s einfach, die politische Herkunft der Gruppe – von variierenden 20 bis 80 Personen – zu erkennen, voran die saarländische NPD, die im Saarland und Umgebung ansässigen Kameradschaften und andere rechte und rechtsextreme Bündnisse. Vielen Menschen genügt dies bereits, die Gegenbündnisse im Saarland tun ihr Übriges. Weil man die Gefahren des rechten Spektrums jedoch niemals unterschätzen sollte, ist’s an der Zeit, sich mit ihren Vorstellungen und Gedanken auseinanderzusetzen, Wort für Wort. Wenn auch nur, um sie der Lächerlichkeit preiszugeben.

Vorab: Die Gliederung der Themen ist von deren Seite übernommen, eine thematische Gruppierung hat man nicht vorgenommen. Weil ich aber keinesfalls bei der Erstellung eines kohärenten Textes mitwirken möchte, gehen wir’s einfach der gegebenen Ordnung nach durch. Der Text ist bedauerlicherweise länglich, daher in mehrere Seiten untergliedert. Je einem Zitat folgt eine – meist – sachliche Einschätzung. Die Lektüre wird insbesondere auch den Menschen empfohlen, die noch immer glauben, dass die Anliegen der SageSa kein menschenfeindlicher Unfug seien.

Wer sich mit den Erörterungen zu den Meinungen und Ideen nicht im Detail auseinandersetzen möchte, dem sei die Zusammenfassung auf der letzten Seite angeraten.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Islamisten, Islamunterricht, Strafrecht
Kriegsflüchtlinge, Wirtschaftsflüchtlinge, Kriminalität
GEZ, Einwanderung, Volksentscheide
Polizei, staatliche Finanzierung, Bundespräsident
Steuern und Bildung, Grenzen, Staatsbürgerschaft
Medien, Goldreserven, ›Tierschutz‹
NATO und EU, US-Truppen, Völkerrecht
›Sozialamt‹, Schuldkult und Gutmenschentum
Zusammenfassung

Jiddische Sprache, Teil II: Zeichen und Schrift

Wo waren wir? Schrift. Geschrieben wird von rechts nach links in hebräischen Schriftzeichen. Während das Hebräische vereinfacht keine Vokale kennt, nutzt das Jiddische die hebräische Zeichen in anderer Lautung und zum Teil als Vokale. Werfen wir einen Blick auf das jiddisch-hebräische Alphabet, in einer nicht-alphabetischen Ordnung. Weil wir wissen, dass das Jiddische mit der deutschen Sprache verwandt ist, ordnen wir das Alphabet, wie wir’s kennen.

Zeichen YIVO Name Anmerkung

א shtumer alef am Wortanfang
אַ a pasekh alef
ע e ayin
יִ ,י y, i yud, khirek yud nach Vokal
אָ o komets alef
וּ ,ו u vow, melupn vow nach Vokal

ױ oy vov yud
ײ ey tsvey yudn
ײַ ay pasekh tsvey yudn
טש tsh tes-hin
זש zh zayen-shin

ב b beys
בֿ v veys in Hebraismen
ד d daled
ף ,פֿ f fey, langer fey am Wortende
ג g giml
ה h hey
ק k kuf
כּ k kof in Hebraismen
ך, כ kh khof, langer khof am Wortende
ח kh khes in Hebraismen
ל l lamed
ם ,מ m mem, shlos mem am Wortende
ן ,נ n nun, langer nun am Wortende
פּ p pey
ר r reysh
ס s samekh
ת s sof in Hebraismen
ש sh shin
שׂ s sin in Hebraismen
ט t tes
תּ t tof in Hebraismen
ץ ,צ ts tsadek, langer tsadek
װ v tsvey vovn
ז z zayen

Mehr Text! »